Kosten im Blick, Verträge verstehen, die richtige Publikationsform wählen. Unser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Veröffentlichung Ihrer Doktorarbeit – für einen sicheren und erfolgreichen Abschluss Ihrer Promotion.
Die Veröffentlichungspflicht Ihrer Dissertation: Ohne Publikation kein Doktortitel
Nach der erfolgreichen Disputation ist die Dissertation veröffentlichen Pflicht in Deutschland in der Regel keine freiwillige Option, sondern Teil der formalen Anforderungen Ihrer Fakultät. Erst wenn die Arbeit veröffentlicht und der Universität bzw. Bibliothek nachgewiesen ist, wird der Doktortitel endgültig geführt. Prüfen Sie dazu unbedingt Ihre Promotionsordnung, denn Fristen, Formate und die Anzahl der Pflichtexemplare unterscheiden sich.
Bevor Sie die Veröffentlichung der Doktorarbeit freigeben, müssen fast immer die Auflagen der Prüfungskommission eingearbeitet werden. Viele Fakultäten verlangen außerdem eine schriftliche Genehmigung durch den Betreuer oder das Promotionsbüro. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein, besonders wenn mehrere Korrekturrunden nötig sind oder sensible Daten, Sperrvermerke oder Rechte Dritter betroffen sind.
Die Überarbeitung Ihrer Dissertation nach den Anmerkungen der Prüfungskommission ist der letzte Schliff vor der Veröffentlichung. Um absolute Fehlerfreiheit in Logik, Aufbau und Stil zu gewährleisten, vertrauen viele Doktoranden in dieser Phase auf Experten. Ein erfahrener Ghostwriter Dissertation mit wissenschaftlichem Hintergrund in Ihrer Fachrichtung hilft, die Korrekturen systematisch zu integrieren, die Argumentation zu schärfen und den Text für die Doktorarbeit-Veröffentlichung akademisch einwandfrei vorzubereiten. Diese Begleitung ist eine Investition in die Glaubwürdigkeit und den guten Ruf Ihrer Forschung.
Praxisführer: Der Weg von der Verteidigung bis zur öffentlichen Veröffentlichung
Damit die Veröffentlichung der Dissertation reibungslos läuft, hilft ein klarer Ablauf, den Sie an Ihre Fakultät anpassen. Die Schritte sehen häufig so aus:
- Rückmeldungen der Kommission sammeln:
Notieren Sie Auflagen, Formvorgaben, Fristen und notwendige Nachweise. Klären Sie früh, ob es Sonderregeln gibt, etwa bei kumulativen Arbeiten. - Überarbeitung und finale Textpflege durchführen:
Nach dem Einbau der Auflagen lohnt ein letzter Blick auf Rechtschreibung und Grammatik, Einheitlichkeit der Zitate und Verweise sowie konsistente Abbildungen und Anhänge. Wenn Sie dafür eine professionelle Sprachprüfung einplanen möchten, ist ein Lektorat Dissertation eine typische Option. - Schriftliche Publikationsfreigabe einholen:
Viele Promotionsordnungen verlangen eine Bestätigung des Betreuers oder der Fakultät, bevor Sie drucken oder hochladen. - Publikationsform festlegen:
Meist wählen Sie zwischen Druck über eine Druckerei, Dissertation im Verlag publizieren oder eine Online-Option über das Repositorium der Universität. Hier entscheidet oft Ihr Fachgebiet, Ihr Budget und die erwartete Sichtbarkeit. - Einreichung bei der Universitätsbibliothek vorbereiten:
Je nach Vorgabe reichen Sie elektronische Dateien ein, gedruckte Pflichtexemplare oder beides. - Pflichtexemplare abgeben und Formalien erledigen:
Klären Sie die genaue Stückzahl, Bindungsart und eventuelle Formularseiten, die in jedes Exemplar gehören. - Publikationsbescheinigung erhalten:
Nach erfolgreicher Abgabe bekommen Sie meist eine Bestätigung, die als Nachweis gegenüber der Fakultät dient.
Wenn Sie diesen Ablauf als Checkliste nutzen, vermeiden Sie typische Stolpersteine, etwa doppelte Arbeit durch falsches Dateiformat oder eine fehlende Freigabe.
Finden Sie die beste Publikationsform: Von Verlag bis Open Access
Die Wahl der Publikationsform entscheidet über die Doktorarbeit veröffentlichen Kosten, Dauer und Wirkung nach außen. Für manche Disziplinen zählt vor allem die Sichtbarkeit in der breiteren Öffentlichkeit, in anderen ist die Monographie im renommierten Verlag ein Signal, aus dem Kolleginnen und Kollegen Rückschlüsse auf die Qualität ableiten. Dazu kommen harte Faktoren: Budget, Deadlines, Vorgaben Ihrer Fakultät und Fragen der Rechteübertragung.
Im Kern gibt es drei Wege: Selbstpublikation über eine Druckerei, Dissertation im Verlag veröffentlichen oder Online-Publikation über das Repositorium Ihrer Universität. Viele Hochschulen akzeptieren heute Dissertation in elektronischer Form, oft über den Server der UB publiziert. In Hybridmodellen wird die Arbeit gleichzeitig online bereitgestellt und parallel als Verlagspublikation gedruckt, je nach Verlag und Vertrag.
Dissertation drucken lassen: Der schnelle Weg der Selbstpublikation
Wie Sie eine geeignete Druckerei finden
- Suche starten: Begriffe wie „Druckerei Dissertation“, „Buchbinderei Dissertation“ oder „Dissertation drucken lassen“ liefern schnell Anbieter.
- Spezialisierung prüfen: Druckereien, die regelmäßig wissenschaftliche Arbeiten binden, kennen typische Bibliotheksanforderungen.
- Angebote vergleichen: Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein, inklusive Bindung, Papier, Lieferzeit und eventueller Expressoption.
Was Sie bei der Bestellung beachten sollten: Technische Parameter
- Format und Ränder: Häufig A5, seltener A4. Es ist äußerst wichtig zu überprüfen, ob die Ränder Ihrer PDF-Datei (in der Regel mindestens 2 cm) für die gewählte Bindungsart ausreichend sind, damit der Text nicht im Rücken verschwindet.
- Papier: 80 bis 100 g/m², weiß, undurchsichtig Offsetpapier — das garantiert gute Lesbarkeit und angemessenes Buchgewicht. Vermeiden Sie zu dünne oder Zeitungspapier.
- Druck: Schwarzweiß ist Standard für den Haupttext. Farbdruck treibt die Kosten um das 5–10-Fache nach oben. Achten Sie darauf, dass die Druckauflösung mindestens 600 dpi beträgt — das gewährleistet Klarheit bei Text und Grafiken.
Bindung – der wichtigste Punkt:
- Hardcover wird für Bibliotheksexemplare oft verlangt, ist langlebig und seriös, aber teurer.
- Softcover ist eine kostengünstigere Option und kann für Ihre persönlichen Exemplare geeignet sein, wird aber selten für offizielle Exemplare akzeptiert. — Spiralbindung ist häufig NICHT ZULÄSSIG für Pflichtabgaben — überprüfen Sie Ihre Promotionsordnung.
Umschlag:
- Laminierung: Wählen Sie matte oder glänzende Folie – das schützt den Umschlag vor Verschleiß und Verschmutzung.
- Design: Klären Sie, ob Sie ein fertiges PDF-Template (mit Schnittmarken) liefern müssen oder ob die Druckerei die Layoutentwicklung übernimmt (eventuell gegen Zusatzgebühr von 50–150 €).
Anforderungen an Pflichtexemplare
- Anzahl: Die genaue Anzahl steht in Ihren Fakultätsregeln (häufig 4–10 Exemplare). Es ist sinnvoll, einige Exemplare zusätzlich für Ihren Betreuer, Koautoren und eigene Archivierung zu bestellen.
- Einheitliche Qualität: Alle Exemplare, die Sie in der Bibliothek einreichen, müssen absolut identisch sein in Bezug auf Papierqualität, Druck und Bindung. Keine Variationen!
- Besonderheiten: Manche Universitätsbibliotheken verlangen spezielle gedruckte Formblätter im Buch. Fragen Sie rechtzeitig danach, damit Sie diese in den Druck einbeziehen können.
Vorteile der Selbstpublikation
- Hohe Geschwindigkeit: Der gesamte Prozess von Datei-Upload bis zum Erhalt der Auflage dauert üblicherweise 2–10 Arbeitstage. Dies ist ideal bei streng begrenzten Fristen.
- Vollständige Kontrolle des Prozesses: Sie bestimmen persönlich die Termine, das Umschlagdesign und alle technischen Details. Sie sind nicht abhängig von Gutachtern oder Verlagsplanungen.
- Niedrige Kosten: Sie zahlen praktisch nur für Material und Druckarbeit. Dies ist die kostengünstigste Methode, die Publikationspflicht zu erfüllen.
- Einfache Organisation: Bei der Veröffentlichung der Dissertation im Verlag entfallen lange Verhandlungen mit dem Verlag, die Abstimmung mit einem Lektor und das langwierige Begutachtungsverfahren.
Nachteile und wichtige Einschränkungen
- Fehlender akademischer Ruf: Der Druck in einer Druckerei gilt nicht als wissenschaftliche Publikation im akademischen Sinne. In Ihrem Lebenslauf wird dies als „Selbstverlag“ verzeichnet. In manchen Disziplinen, besonders in Geistes- und Sozialwissenschaften, kann dies als Nachteil wahrgenommen werden und Ihre Chancen auf eine akademische Position mindern.
- Null Verbreitung und Sichtbarkeit: Ihre Arbeit ist nicht in Buchläden, Online-Katalogen verfügbar und wird nicht in wissenschaftlichen Zeitschriften rezensiert. Sie erhält normalerweise keine ISBN. Physisch kann die Arbeit nur in wenigen Bibliotheken gefunden werden.
- Gesamte organisatorische Last liegt bei Ihnen: Sie müssen alle technischen Details selbst verstehen, die Druckerei überwachen und die Exemplare persönlich an die Zielorte liefern.
Für wen passt dieser Weg?
- Doktoranden in Natur-, Ingenieur- und Medizinwissenschaften, bei denen der Hauptwert in Fachzeitschriftenpublikationen liegt und die Dissertation eine formale Zusammenfassung der Ergebnisse ist.
- Personen, die ihre berufliche Laufbahn außerhalb der Wissenschaft aufbauen möchten — in der Industrie, im Geschäftsleben oder in staatlichen Organisationen, wo der Grad wichtig ist, nicht die Form ihrer Veröffentlichung.
Die Monographie im Verlag: Kosten, Ablauf und Vertrags-Checkliste
Ein akademischer Verlag bedeutet Peer-Review, Prestige und lange Dauer (1–3 Jahre). Dies ist die Standardform für geisteswissenschaftliche Karrieren.
Der Prozess in fünf Etappen:
- Antrag & Bewertung: Sie senden Anschreiben, Exposé, Inhaltsverzeichnis, 1–2 Kapitel. Redakteur prüft die Passung zum Verlagsprofil.
- Peer-Review (2–6 Monate): 1–3 unabhängige Experten bewerten Originalität, Methode, Struktur, Stil.
- Entscheidung: Annahme (selten direkt), Annahme nach Überarbeitung (häufig), Ablehnung.
- Vertrag & Produktion: Korrektur, Satz, Umschlagdesign, Druck.
- Publikation & Vertrieb: ISBN-Vergabe, Reklame an Bibliotheken/Buchhandel, Marketing.
Struktur der Kosten: Was Sie zahlen
- Druckkostenzuschuss: 1.500–5.000 € (oder mehr) für Peer-Review, Lektorat, Satz, Druck, Vertrieb
- Pflichtabnahme Autorenexemplare: 25–50 Stück à reduziertem Preis = 500–1.500 €
- Versteckte Kosten: Open-Access-Gebühr (2.000–6.000 €), Farbbilder (50–150 € pro Bild), Überlänge, Indizierung
Wie wählen Sie das richtige Verlagshaus
- Betreuer fragen: Die Empfehlung Ihres Betreuers ist die erste Orientierung, weil er die Standards Ihrer Fachcommunity und typische Verlagswege kennt.
- Bibliografien führender Wissenschaftler studieren: Prüfen Sie, bei welchen Verlagen häufig zitierte Autorinnen und Autoren Ihres Themas veröffentlichen. Das zeigt, was in Ihrem Feld als „passend“ gilt.
- Spezialisierung beachten: Wählen Sie Verlage mit klarem Profil, zum Beispiel Nomos (Recht/Sozialwissenschaften), Mohr Siebeck (Theologie/Philosophie), Springer VS (Sozialwissenschaften).
- Bibliothekskataloge prüfen: Achten Sie darauf, ob die Titel in wissenschaftlichen Reihen erscheinen und in Bibliothekskatalogen gut auffindbar sind.
- Raubverlage meiden: Warnsignale sind aggressives Marketing, Publikationszusagen ohne Peer-Review und intransparente Gebührenstrukturen.
Kritische Punkte im Verlagsvertrag
Prüfen Sie den Verlagsvertrag vor der Unterschrift sorgfältig oder lassen Sie ihn rechtlich bewerten. Besonders relevant sind folgende Punkte:
- Rechteübertragung: Für welchen Zeitraum und für welche Regionen räumen Sie dem Verlag exklusive Nutzungsrechte ein? Zu weit gefasste oder zeitlich unbegrenzte Klauseln sollten vermieden werden.
- Zweitveröffentlichung: Klären Sie, ob und ab wann eine spätere Online-Veröffentlichung, etwa im universitären Repositorium, erlaubt ist.
- Autorhonorare: Üblich sind 5–10 % vom Verkaufspreis. Praktisch relevant sind sie meist nur bei höherer Auflage.
- Autorengarantie: Sie bestätigen die Originalität der Arbeit und die Einhaltung aller Urheberrechte, etwa bei Abbildungen oder Daten.
Warum dieser Weg für Geistes- und Sozialwissenschaften relevant ist
In vielen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern wird die Monographie weiterhin als zentrale Publikationsform wahrgenommen. Eine Veröffentlichung in einem renommierten Verlag mit fachlicher Prüfung liefert in der Community häufig die stärksten Rückschlüsse auf die Qualität Ihrer Arbeit und ist bei Bewerbungen auf wissenschaftliche Stellen oft ein relevanter Nachweis. Zudem erhöht eine Verlagsveröffentlichung die Auffindbarkeit in Bibliothekskatalogen und erleichtert Zitierung und Rezeption im Fach.
Open Access: Moderne Verbreitung und Reichweite Ihrer Doktorarbeit
Die Open-Access-Veröffentlichung über das Repositorium Ihrer Universität ist für viele Promovierende der einfachste Weg, formale Anforderungen zu erfüllen und zugleich Sichtbarkeit zu erreichen. Häufig wird die Arbeit auf dem Server der Universitätsbibliothek publiziert und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, oft ohne zusätzliche Kosten für Hochschulangehörige.
Anleitung: Dissertation über das universitäre Repositorium veröffentlichen
Die Veröffentlichung über ein institutionelles Repositorium der Universität folgt in der Regel einem klar definierten Ablauf. Der Prozess ist standardisiert und lässt sich gut planen:
- Freigabe klären: Prüfen Sie, ob die Online-Publikation als Erfüllung der Publikationspflicht anerkannt ist, und holen Sie die schriftliche Zustimmung Ihres Betreuers ein.
- Datei vorbereiten: Erstellen Sie eine finale PDF-Datei (häufig PDF/A), binden Sie alle Schriften ein und entfernen Sie personenbezogene Angaben, die nicht öffentlich sein sollen.
- Metadaten erfassen: Tragen Sie Titel, Abstract, Keywords, Jahr, Betreuer und Fakultät im E-Publishing-Portal der Bibliothek ein. Diese Angaben sind entscheidend für die Auffindbarkeit.
- Upload durchführen: Laden Sie die PDF-Datei sowie gegebenenfalls das Freigabedokument hoch.
- Prüfung und Freischaltung: Nach formaler Prüfung wird die Arbeit auf dem Server der Universitätsbibliothek veröffentlicht und erhält eine dauerhafte Kennung (URN oder DOI).
Der gesamte Vorgang dauert meist wenige Tage bis einige Wochen.
Was sind hybride Publikationsmodelle?
Hybride Modelle verbinden eine gedruckte Version mit einer parallelen Online-Veröffentlichung. Sie werden entweder von Universitäten oder von Verlagen angeboten.
Einige Hochschulen, etwa die LMU München, ermöglichen gegen eine feste Pauschale die Kombination aus Hardcover-Druck und Veröffentlichung im universitären Repositorium.
Verlage bieten ähnliche Modelle an, verlangen dafür jedoch häufig zusätzliche Open-Access-Gebühren. Welche Variante möglich ist, hängt von den Vorgaben Ihrer Universität ab.
Vorteile für Sichtbarkeit und Reichweite
Eine Online-Veröffentlichung im Open-Access-Format macht Ihre Arbeit weltweit zugänglich und erhöht die wissenschaftliche Reichweite:
- Globale Verfügbarkeit: Forschende auf der ganzen Welt können Ihre Arbeit lesen, unabhängig von Bibliotheksbudgets.
- Höhere Zitierwahrscheinlichkeit: Studien zeigen den „Open-Access-Effekt“ – frei zugängliche Arbeiten werden im Durchschnitt häufiger zitiert.
- Schnelle Verbreitung: Ergebnisse sind sofort nach der Veröffentlichung verfügbar, ohne Verzögerungen durch Druck oder Vertrieb.
- Bessere Indexierung: OA-Arbeiten werden oft besser in akademischen Suchsystemen wie Google Scholar oder BASE gefunden.
Wahrnehmung in verschiedenen Fachkulturen
Die Bewertung der Online-Publikation unterscheidet sich je nach Disziplin deutlich.
In Natur-, Technik- und Medizinwissenschaften gilt sie als etablierter Standard, da die wissenschaftliche Leistung primär über Fachartikel bewertet wird.
In den Geistes- und Sozialwissenschaften bleibt die Verlagsmonografie häufig der maßgebliche Referenzpunkt für die akademische Laufbahn.
In Jura und Theologie sind traditionelle Publikationswege besonders stark verankert, sodass eine reine Online-Veröffentlichung oft nicht ausreicht. Wer in diesen Fächern seine Dissertation erfolgreich abschließen möchte, sollte daher genau planen, wie er die Dissertation Jura veröffentlichen lässt, um den Anforderungen der Fakultät und der wissenschaftlichen Community gerecht zu werden.
Fazit: Die Online-Veröffentlichung erhöht Sichtbarkeit und Zugänglichkeit erheblich. Ihre Karrierewirkung hängt jedoch wesentlich von den fachlichen Konventionen Ihres Forschungsbereichs ab.
Vergleichstabelle verschiedener Arten von Veröffentlichungen:

Dissertation Veröffentlichen Kosten: Die komplette Finanzplanung
Die Veröffentlichung einer Dissertation ist immer mit Kosten verbunden. Deren Höhe und Struktur unterscheiden sich jedoch erheblich – je nachdem, welchen Veröffentlichungsweg Sie wählen. Um finanzielle Überraschungen zu vermeiden, ist eine realistische und vollständige Kostenplanung für das Dissertation veröffentlichen unerlässlich. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Übersicht aller relevanten Kostenpositionen.
Selbstveröffentlichung in der Druckerei
Die Veröffentlichung über eine Druckerei (Selbstverlag) ist der kostentransparenteste Weg. Sie zahlen ausschließlich für die technische Herstellung und klar definierte Zusatzleistungen.
Hauptkosten: Druck und Bindung Die Kosten richten sich nach Seitenzahl, Auflage, Papierqualität und Bindungsart.
- Dissertation mit ca. 300 Seiten, Softcover: ca. 15–30 € pro Exemplar
- Hardcover: ca. 25–50 € pro Exemplar
- Bei einer Auflage von 10–20 Exemplaren sinkt der Stückpreis deutlich
Mögliche Zusatzkosten:
- Farbseiten: Farbige Abbildungen sind 5–10-mal teurer als Schwarz-Weiß-Drucke und sollten nur für zwingend notwendige Grafiken genutzt werden.
- Covergestaltung: Falls kein druckfertiges Layout vorliegt, berechnen Druckereien für die Erstellung meist 50–150 €.
- Expressdruck: Eine sehr kurze Produktionszeit (2–3 Werktage) kann den Preis um 30–50% erhöhen.
Fazit: Selbst bei solider Ausstattung und Hardcover-Bindung liegen die Gesamtkosten in der Regel unter 500–1.000 €. Die Preise sind vorab klar kalkulierbar.
Veröffentlichung in einem wissenschaftlichen Verlag
Die Publikation in einem Fachverlag ist der kostenintensivste, aber reputationsstärkste Weg. Üblich ist ein Modell der Kostenbeteiligung durch die Autorin bzw. den Autor.
- Hauptkosten: Druckkostenzuschuss / Autor:innenbeitragDieser deckt Leistungen wie Peer-Review, Lektorat, Satz, Druck eines Teils der Auflage und Vertrieb ab.
Typischer Kostenrahmen: 1.500–5.000 €, abhängig von Verlag, Umfang und Ausstattung
- Pflichtabnahme von Autor:innenexemplarenViele Verträge verpflichten zur Abnahme von 25–50 Exemplaren.
Trotz vergünstigtem Autorenpreis können hier 500–1.500 € zusätzlich entstehen.
Versteckte und zusätzliche Kosten (wichtiger Hinweis)
Open-Access-Gebühr (Book Processing Charge, BPC):Für eine frei zugängliche Online-Version fallen häufig 2.000–6.000 € an.
- Farbabbildungen: Teilweise Einzelabrechnung (z. B. 50–150 € pro Abbildung).
- Überlängengebühren: Zuschläge bei Überschreitung des vereinbarten Seitenumfangs.
- Indexierung & Marketing: Optionale, kostenpflichtige Zusatzleistungen.
Was Sie im Vertrag unbedingt prüfen sollten
- Ist eine endgültige Gesamtsumme ausgewiesen?
- Welche Leistungen sind konkret enthalten (Lektorat, Korrekturgänge, Cover, Marketing)?
- Wie viele Autor:innenexemplare müssen abgenommen werden und zu welchem Preis?
Fazit: Eine Verlagsveröffentlichung kostet selten weniger als 2.500–3.000 € und kann inklusive Open Access 7.000–10.000 € erreichen.
Online-Publikation
Die Online-Veröffentlichung ist der kostengünstigste Weg, bringt jedoch eigene Besonderheiten mit sich.
Kostenloser Standardfall: Die Veröffentlichung im institutionellen Repositorium der Universität ist für Promovierende meist kostenfrei. Es entstehen keine Gebühren außer dem organisatorischen Aufwand.
Open Access in hybriden Modellen
Bei Kombinationen aus Verlag und Open Access fällt erneut eine BPC von 2.000–6.000 € an. Einige Universitäten bieten Druck-und-OA-Pakete für 300–800 € an.
Seltene Zusatzkosten
- Gebühren für besonders schnelle Bearbeitung
- Verpflichtende Archivexemplare (1–2 Drucke à 50–150 €)
Fazit: Reine Repositoriumspublikationen sind nahezu kostenfrei. Die Einbindung von Verlagen erhöht die Kosten erheblich.

Finanzierungshilfen: Druckkostenzuschuss und Tantiemen
Die Finanzierung der Veröffentlichung ist in vielen Fällen gut lösbar – vorausgesetzt, man weiß, wo man ansetzen muss.
Wo Sie Finanzierung finden: Drei zentrale Quellen
Die Veröffentlichung einer Dissertation (Dissertation publizieren) lässt sich finanzieren, wenn man die richtigen Quellen kennt. Drei zentrale Anlaufstellen sind besonders relevant:
- Universität und Fakultät
Die Hochschule bietet oft eigene Mittel für Promovierende:- Promotionsbüro:
Koordiniert Druckkostenzuschüsse und informiert über Budgets,
Fristen und Förderbedingungen. - Forschungsdezernat:
Verwaltet universitätsweite Fördermittel, auch für
Open-Access-Publikationen. - Fakultäts- oder Lehrstuhlfonds:
Kleine, flexible Zuschüsse zur Unterstützung von Dissertationen.
- Promotionsbüro:
- Stiftungen und Förderprogramme
Externe Institutionen bieten häufig zusätzliche Mittel:- DFG-Programme:
Fördern Publikationskosten, besonders für Open Access oder
projektbezogene Veröffentlichungen. - Stipendienwerke
(z. B. Friedrich-Ebert-, Konrad-Adenauer-Stiftung,
Evangelisches Studienwerk):
Gewähren Förderung oft dann, wenn die Dissertation publiziert wird. - Fachgesellschaften:
Bieten eigene Fonds oder Hinweise auf branchenspezifische
Förderprogramme.
- DFG-Programme:
- Verwertungsgesellschaft VG Wort
VG Wort ermöglicht nachträgliche Einnahmen über Bibliothekstantiemen.
Nach der Dissertation-Veröffentlichung können mehrere hundert Euro
ausgezahlt werden, sofern das Werk in Bibliotheken verfügbar ist.
Dies stellt zwar keine Vorfinanzierung dar, kann jedoch bei der
Refinanzierung helfen.
Schritt-für-Schritt: Antrag auf Fördermittel stellen
Schritt 1 – Frühzeitig informieren
- Kontaktieren Sie Promotionsbüro und Fakultät 4–6 Monate vor geplanter Dissertation-Veröffentlichung.
- Fordern Sie offizielle Antragsformulare und Förderbedingungen an.
- Klären Sie Fristen und Unterlagen.
Schritt 2 – Unterlagen vorbereiten
Typisches Paket:
- Ausgefüllter Antrag
- Exposé oder Zusammenfassung der Dissertation
- Nachweis der erfolgreichen Promotion (Urkunde oder Bescheinigung)
- Verlagvertrag oder detaillierte Kostenaufstellung – entscheidendes Dokument
- Empfehlung des Betreuers
- Kurze Begründung: wissenschaftliche Relevanz und Wahl des Verlags
Schritt 3 – Antrag einreichen und Entscheidung abwarten
Alle Formalitäten einhalten, Bearbeitung kann mehrere Wochen dauern.
Wichtig: Verlagvertrag mit Vorauszahlung erst nach positiver Förderentscheidung unterschreiben, wenn Sie die Kosten nicht selbst tragen wollen.
Schritt-für-Schritt: Registrierung bei VG Wort
Die VG Wort ermöglicht Nachvergütung für bereits veröffentlichte Dissertationen. Der Prozess läuft in zwei Phasen:
Phase A – Vorregistrierung
- Wann: Direkt nach Einreichung der Manuskripte, vor Buchveröffentlichung
- Wie: Kostenlos auf vgwort.de registrieren
- Was tun: Im Benutzerkonto eine neue Textregistrierung anlegen. Sie erhalten eine Publizierungsstellennummer (PPN), die Sie dem Verlag für Impressum/Metadaten übermitteln.
Phase B – Registrierung veröffentlichter Bücher
- Wann: Nach Erhalt der Autor:innenexemplare
- Wie: Im VG Wort-Konto Buchdaten eintragen: ISBN, Titel, Autor, Jahr, Verlag, PPN
- Was passiert: VG Wort prüft Bibliotheksverfügbarkeit (regional). Nach 6–12 Monaten erfolgt die Auszahlung der Tantiemen.
Tipp: Frühzeitig planen! Erstellen Sie eine Tabelle mit Förderquellen, Anforderungen und Fristen, um den Überblick zu behalten.
Rechtssicher publizieren: Worauf Sie im Verlagsvertrag achten müssen
Welche Rechte geben Sie an den Verlag ab?
Sie bleiben Autor:in, aber der Verlag erhält die Rechte zur Nutzung und Verbreitung Ihrer Arbeit.
- Meist ist das exklusive Recht für einen bestimmten Zeitraum und ein bestimmtes Gebiet. Das heißt: Nur der Verlag darf Ihre Arbeit drucken, verkaufen und verbreiten; Sie selbst dürfen sie währenddessen nicht woanders veröffentlichen.
- Was oft bei Ihnen bleibt (im Vertrag klären!):
- Textteile für eigene zukünftige Arbeiten nutzen.
- Eine Vorversion online auf Ihrer Website oder im Uni-Repository veröffentlichen (meist mit 1–2 Jahren Embargo).
Lizenzvertrag vs. Übertragung von Rechten
Lizenzvertrag vs. Übertragung von Rechten bei der Veröffentlichung einer Doktorarbeit
| Aspekt | Lizenzvertrag | Rechtsübertragung |
|---|---|---|
| Grundprinzip | Sie erlauben (lizenzieren) dem Verlag die Nutzung Ihrer Arbeit unter bestimmten Bedingungen. |
Sie übertragen (verkaufen) die Nutzungsrechte vollständig an den Verlag. |
| Rechtsinhaberschaft | Sie bleiben der Rechteinhaber. Die Rechte verbleiben bei Ihnen, dem Autor oder der Autorin. |
Der Verlag wird der Rechteinhaber. Sie geben Ihre Rechte ab. |
| Flexibilität & Kontrolle | Hohe Flexibilität. Sie können die Nutzung zeitlich, räumlich und inhaltlich eingrenzen. Oft bleibt das Zweitveröffentlichungsrecht vorbehalten. |
Keine Flexibilität. Sie haben nach der Übertragung keine Kontrolle mehr über die Nutzung. Das Verlagshandeln benötigt keine weitere Zustimmung Ihrerseits. |
| Empfehlung | Vorzugsvariante. Bietet die meisten Freiheiten und schützt Ihre langfristigen Interessen als Autor oder Autorin. |
Vermeiden, wenn möglich. Sollte nur in Ausnahmefällen und gegen eine sehr hohe Gegenleistung in Betracht gezogen werden. |
| Typische Klausel im Vertrag | „Der Autor räumt dem Verlag das ausschließliche Nutzungsrecht ein.“ | „Der Autor überträgt dem Verlag die ausschließlichen Nutzungsrechte.“ |
Open Access und Creative-Commons-Lizenzen (CC)
Eine Open-Access-Publikation bedeutet nicht, dass Sie Ihre Urheberrechte verlieren. Sie behalten alle Rechte als Autor:in, geben aber mit einer Creative-Commons-Lizenz (CC) bestimmte Nutzungsrechte für andere frei.
Wie es funktioniert:
- Sie wählen eine CC-Lizenz, die genau festlegt, was andere mit Ihrer Arbeit tun dürfen, ohne Sie extra fragen zu müssen.
- Die bekannteste Lizenz ist CC BY: Jeder darf Ihre Arbeit kopieren, verbreiten und sogar kommerziell nutzen, solange Ihr Name als Autor:in genannt wird – das sorgt für maximale Sichtbarkeit.
- Für das Verlagshaus bedeutet das: Es erhält das Recht zur ersten Veröffentlichung, aber von Anfang an ist klar, dass Leser:innen die Arbeit unter der gewählten Lizenz weiterverwenden dürfen.
Worauf Sie im Vertrag achten sollten (Checkliste)
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, prüfen Sie folgende Punkte:
- Art der Rechteübertragung: Lizenz oder vollständige Übertragung (Rechtsübertragung)? Eine Lizenz bietet mehr Kontrolle.
- Dauer und Gebiet: Für wie viele Jahre und für welche Länder werden die Rechte übertragen? Vermeiden Sie Formulierungen wie „für die gesamte Dauer des Urheberrechts“ oder „weltweit“, wenn nicht nötig.
- Recht auf Zweitveröffentlichung: Gibt es eine Klausel, die es Ihnen erlaubt, 12–24 Monate nach der Erstveröffentlichung Ihre Autorenversion im Open Access-Repository der Universität zu veröffentlichen? Sehr wichtig!
- Open Access & CC-Lizenz: Wenn Sie Open Access nutzen oder bezahlen, welche Creative Commons-Lizenz wird angewendet (z. B. CC BY, CC BY-NC)? Dies muss klar im Vertrag stehen.
- Ausnahmen/Weiterverwendung: Dürfen Sie Teile Ihrer Arbeit in zukünftigen Veröffentlichungen verwenden (z. B. in Sammelbänden)?
Wichtig: Bei Unklarheiten nicht unterschreiben. Holen Sie sich ggf. Rat beim Verlag oder von einem Anwalt. Ihre Rechte sind Ihr geistiges Eigentum.
Unsere Empfehlung: So treffen Sie die strategische Entscheidung für Ihren Fachbereich
Die Wahl der Publikationsform hängt von Fachbereich, Karrierezielen und Budget ab.
Kurzüberblick zu den Optionen:
- Selbstverlag: Schnell und kostengünstig; erfüllt formal die Publikationspflicht, aber für eine akademische Karriere in Geistes- oder Sozialwissenschaften meist wenig sinnvoll oder sogar nachteilig.
- Akademischer Verlag: Investition in Reputation; oft erforderlich für akademische Karriere in Geistes-, Sozialwissenschaften sowie, wenn Sie Ihre juristische Dissertation veröffentlichen möchten. Teuer und zeitaufwendig.
- Online / Open Access: Standard in Natur- und Ingenieurwissenschaften; optimal für Sichtbarkeit, Zitierhäufigkeit und Geschwindigkeit.
Entscheidungskriterien (in der Reihenfolge der Wichtigkeit):
- Fakultätsregeln: Was ist erlaubt?
- Unschriebene Traditionen der Fachdisziplin: Was wird geschätzt?
- Karriereziele: Akademische Laufbahn oder außerhalb der Wissenschaft?
- Budget und Zeitrahmen.
Allgemeiner Tipp: Besprechen Sie die Strategie frühzeitig mit Ihrer Betreuerin/Ihrem Betreuer, bevor Sie Verträge unterschreiben. So sichern Sie Ihre Rechte und treffen eine fundierte Entscheidung.
Integrierte Vergleichstabelle & Handlungsempfehlung:

Hilfreiche Links und Anlaufstellen für Ihre Veröffentlichung
Wichtige Ressourcen und Links für die Veröffentlichung Ihrer Dissertation:
| Kategorie | Name der Ressource / Organisation | Link / Beschreibung | Hauptzweck |
|---|---|---|---|
| Finanzierung & Zuschüsse | Förderdatenbank des Bundes | foerderdatenbank.de | Offizielle Datenbank staatlicher und privater Förderprogramme, auch für Publikationen. |
| Finanzierung & Zuschüsse | Förderdatenbank der Universität Duisburg-Essen | uni-due.de | Gut strukturierte Übersicht über Stiftungen und Programme zur Publikationsförderung einschließlich Druckkostenzuschüssen. |
| Urheberrecht & Vergütung | VG Wort | vgwort.de | Offizielle Anlaufstelle für Text- und Buchmeldungen zur Bibliothekstantieme. |
| Open Access & Repositorien | OpenDOAR | opendoar.org | Globales Verzeichnis qualitätsgeprüfter Open-Access-Repositorien. |
| Open Access & Repositorien | BASE (Bielefeld Academic Search Engine) | base-search.net | Eine der größten Suchmaschinen für akademische Open-Web-Ressourcen. |
| Kontakte & Support an der Hochschule | Ihr Promotionsbüro | Kontakt über die Website Ihrer Universität (Suche: „Promotion“, „Doktorat“). | Hauptansprechpartner für Promotionsordnungen, Fristen und interne Zuschüsse. |
| Kontakte & Support an der Hochschule | Ihre Universitätsbibliothek (UB) | Kontakt über die Website Ihrer UB, Bereich „E-Publishing“, „Dissertationen“, „Open Access“. | Beratung zu Online-Publikation, Dateianforderungen, Open Access und Einreichung ins Repositorium. |
| Zusätzliche Werkzeuge | SHERPA/RoMEO | v2.sherpa.ac.uk/romeo | Datenbank zu Verlagsrichtlinien bezüglich Autorenrechten und Selbstarchivierung, insbesondere für das Zweitveröffentlichungsrecht. |
| Zusätzliche Werkzeuge | Creative Commons (CC) | creativecommons.org | Zentrale Informationsplattform zu CC-Lizenzen für Open-Access-Publikationen. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Veröffentlichung Ihrer Dissertation

Joseph Erdmann
Autor und Lektor
Als anerkannter wissenschaftlicher Experte leitet er den Blog für Doktorarbeiten und ist für alle Veröffentlichungen verantwortlich. Darüber hinaus ist er persönlich als Ghostwriter für Doktorarbeiten tätig. Er kümmert sich auch um die Koordination der Kommunikation zwischen den Auftraggebern und den Ghostwritern.

Joseph Erdmann
Autor und Lektor
Als anerkannter wissenschaftlicher Experte leitet er den Blog für Doktorarbeiten und ist für alle Veröffentlichungen verantwortlich. Darüber hinaus ist er persönlich als Ghostwriter für Doktorarbeiten tätig. Er kümmert sich auch um die Koordination der Kommunikation zwischen den Auftraggebern und den Ghostwritern.


